Ich bin allein, du bist allein,
[Wir wären so gerne beisammen]
Hass und Dummheit sind schuld daran,
Bald gehst du mit einem anderen Mann
Und ich lach mir ein Mädchen an.
So begegnen wir uns vielleicht im Caf´´é,
Du trinkst Wein, ich trinke Tee
Der Ober kennt uns ganz genau,
Er weiss, wir sind ja Mann und Frau.
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Satirisch
Männer, sehr euch dann und wann
Eure lieben Frauen an.
Kurze Höschen, Büstenhalter,
(da vergeht Gebet mit Falter)
selbst das Hemdchen – Gott sei Dank –
liegt zu Hause still im Schrank.
So mit Beinen, krumm und grade
und mit dick und dünner Wade
läuft man auf der Promenade.
Spottet nicht, es ist ja nur
ihr Opfergang für die Kultur!
An die Lebensbejaher
Reale Träumer
Deuter der Zukunft;
Bejaht die kleine Spanne Zeit des Seins,
Werft in die Ewigkeit die forschenden Gedanken,
Hebt auf das Hirn der Menschheit in die Helle,
Es noch Atome, aufgespalten,
Den Stern zerreißen
Und, Wolken, feuerrot das Firmanent
Grässlich bedecken wie ein Flammenmantel
Der Hölle, Himmelsbrände
Des Untergangs!
Schwalbenflug
Wie stürzt ihr kühn durch frühes Morgenlicht,
Ihr Freiheitspfeile, wunderbar zu schauen
Ihr lasst den Morgen euren Flug betauen
Und seht die stumpfen, kahlen Menschen nicht!
Die Flügel schlag ihr über Wogengischt,
Zwang gilt euch nichts, ihr badet frei im Blauen,
Euch gilt kein Weh in wirren Seelengrauen
Solang nicht Sturm und Tod die Schwinge bricht.
O schön, so frei zu sein und ohne Gram,
Nie wird der Mensch so grosses Glück erringen.
Da Gold und Macht ihn viel zu tief bezwingt.
Die Guten sind erschöpft und flügellahm,
So gross die Opfer, kühn empor zu dringen
Bis schwalbenfrei das Herz zum Herz sich schwingt.
Abschluss
Und etwas dichten muss ich wieder,
Um nicht zu wachen diese Nacht.-
Wohl legt ich schon müd mich nieder.
Doch ist mein Tagwerk nicht vollbracht!
Noch muss ich denken an die Andern,
Die wund und blutend sind wie ich,
Die einsam durch die Gassen wandern
Und betteln an der Reichen Tisch.
An all die Brüder in den Zellen,
wo Wahnsinn glimmt wie Irrlichtglut.-
An all die Kühnen und Rebellen,
Der heilgen Schar vergossnes Blut!
Euch will ich noch im Geist umschlingen,
um nicht zu wachen diese Nacht.-
Und Hoffnung muß mich tief durchdringen
Dann ist mein Tagwerk vollbracht!
Aschermittwoch
Verklungen sind die Geigen,
es schweigt das Saxophon.
In grünen Palmenzweigen
Er starb der letzte Ton.
Geleerte Gläser trauern
Auf feuchten Tischen stumm,
Im Raume geht ein Schauern
Wie Geisterflüstern um.
Im Mantel eingeschlagen
Wankt ein Bajazzo still.
Er sieht den Morgen tagen
und weiß nicht, was er will.
So einsam sind die Gassen,
Verschlossen Tür und Tor.
Er weiss, wer ihn verlassen
Und was er heut verlor …
An eine Gefallene ….
Komm, sieh mich an! Bist du ein Mensch, ein Weib?
Du bist ein dunkler Zeitvertreib
Der toten Seelen, nächtlichem Gelichter,
Wo Larven geisterhaft im Zweilicht schweben
Und leidzerquälte Dichter
Mit Schurken zechen und ihr elend Leben
Im Rausch vertun.
Du lachst und trinkst
Und dehnst dich träg, in meinem Arm zu ruhn.
O schöner Leib, du winkst
Zu dir hinab – du Lied mir ohne Worte.
Du bist die Antwort, süss in Duft gehüllt,
Du Tor der Hölle, weisse Himmelspforte!
Ohne Titel (Und dann nach Haus!)
Und dann nach Haus!
Der Waldrand raunte.
Ade, ade, rief fern dein Lied,
Und bläuchlich schattete das Ried.
Neu grünt das Tal,
Die Bäume rauschen.
Doch andre, Bruder, wandern dort,
Und wandern auch für immer fort.
Vergehen weh’n
Die Sternenwinde
Von deinem fernen bleichen Stein.
Du bist bewusstlos und ich wach allein!
Ohne Titel (Nun muss ich wohl …)
Nun muss ich wohl zu dir hinaus,
So tief ruft mich die kalte Nacht,
Das Haus
Auch kann mich halten nicht.
O deiner Nähe dargebracht
des Winters Reis‘ sei meine Pflicht!
Zu dir nur drängts mich,
Nah zu dir,
Denn ich bin ganz verfallen dem Gedenken
Und nur die Liebe kann uns schenken
Des Herzens weisse Rosen hier.
Ohne Titel (Nicht schön bist du…)
Nicht schön bist du, nicht wie ein schönes Bild
Doch wie ein Volkslied, wie ein See, ein Wald
Und das Gesunde hat in dir Gestalt.
Der Mund ist herb, das Auge froh und mild.
Du liebst nicht nur, färbst nie die Lippen rot
Am Abend liesest du in einem Buch
Und sprichst von Kampf und Arbeit und vom Fluch
Des Mamons und von Krieg und Tod.
Und manchmal träumst du von der Zukunft viel,
Von freien Ländern, von der Menschenseele
Die wahrhaft frei ist, spottend dem Befehle
Und bebend klopft dein Herz für dieses Ziel!