Nacht auf dem Feld

Still bin ich in das Heu gesunken,
kalt stehn des Abends helle Funken
Ich bin so müd.

Und dennoch bin ich wach genug,
um dieser Erde höllischen Betrug
zu wissen.

Verdammte Nacht!
Ihr ungeheuren Sterne!
Armut ist schön!
Verdammt sein gut!
Ja, wohl ergreift mich eure nahe Ferne –
doch tobt mein Blut
und singt in meinem Ohr.

Einsamer Schlaf, Geruch von Gras und Erde,
du stiller Gruß!
Doch wenn ich hier erkranke
oder sterben muß?
Nie sei vergessen dies Vergessensein!
Gemach!
Schlaf ich auch jetzt auf welken Blumen ein,
mein ist Vergeltung und der Haß der Not!
Und weckt mich kühl das blasse Morgenrot,
erlöschen wird auch nicht des Himmels Funken
in der Erinnerung,
und daß ich einst auf abgemähtem Feld
in eine wilde, große Nacht versunken.

24.3.1933

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