Begegnung

Aus dunkler Gasse schien dein Angesicht,
Dein Fieberblick drang fragend in mich ein;
Das war ein Flackern wie des Irrlichts Schein,
Ein erdenhaft und erdenfernes Licht!
Dass über Sumpf, in wilder Nacht
So schöne Frauensterne stehen,
Um müd im Schatten zu verwehn!
Wie gross die Wunde dieser Welt
Dass jene stolz im Pelz sich wärmt
Und diese sich im Hunger härmt
Und liebt um Geld!

Ob einer Zelle enge Wand,—-
Ob eines Mannes Leib dich drückt,
Um deine hohlen Schläfen zückt
Ein Schein in Hoffnung ausgespannt!
Denn, kann erst deines Sohnes Sohn
Im Sieg sich rächen und bestehn,
So darf dein Herz durch Nächte sehn
Und lächeln diesem späten Lohn! Mein Brudergruss sei dir geweiht, Du Schwester im Laternenstrahl;
Denn dir entsteigt aus aller Qual

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